PV auf vier Himmelsrichtungen — lohnt sich das?

Der Satz, der Hausbesitzern Geld kostet

Wer mit einem schiefen Dach, einem Walmdach oder einer ungünstigen Hausausrichtung zu einem PV-Installateur geht, hört manchmal denselben Satz: „Mit einem Norddach lohnt sich das nicht wirklich." Oder: „Idealerweise Süd, alles andere ist Kompromiss."

Dieser Satz ist in der Pauschalität schlicht falsch, und er kostet Hausbesitzer im Südschwarzwald echtes Geld, weil sie auf eine Anlage verzichten, die sich tatsächlich rechnen würde.

Familie Lang aus Stühlingen-Weizen hat den Praxisbeweis geliefert. Ihre 18,92 kWp-Anlage auf vier Himmelsrichtungen erzielte im ersten vollständigen Betriebsjahr eine Autarkie von 67 Prozent — bei einem Gesamtverbrauch von über 9.200 kWh inklusive Wärmepumpe. 18.548 kWh produziert, rund 3.059 kWh aus dem Netz bezogen. Das ist ein gutes Ergebnis für ein Haus mit Wärmepumpe. Nicht trotz der Ausrichtung, sondern mit ihr.

Wie viel Autarkie ist bei Ihrem Haus möglich?

Jedes Dach ist anders — Ausrichtung, Verschattung und Verbrauchsprofil bestimmen, was realistisch ist. In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir Ihre Situation und zeigen Ihnen, welche Autarkiegrade mit Ihrer Immobilie erreichbar sind.

Was „vier Himmelsrichtungen" in der Praxis bedeutet

Ein Haus mit Walmdach oder L-förmigem Grundriss hat oft Dachflächen, die in alle Himmelsrichtungen zeigen. Anstatt nur die Südfläche zu belegen und den Rest ungenutzt zu lassen, können alle Flächen mit PV-Modulen bestückt werden.

Familie Lang hat genau das umgesetzt: 44 Solarfabrik HalfCut Module 430 Wp verteilen sich auf Süd-, Nord-, Ost- und Westflächen des Dachs. Der Wechselrichter ist ein Fenecon Home 20 mit 20 kW Leistung und 14 kWh Batteriespeicher, dasselbe System, das TODI Solutions bei allen Projekten mit Wärmepumpe einsetzt, inklusive vollständigem Netzersatzbetrieb.

Das Ergebnis ist eine Anlage, die über den gesamten Tagesverlauf gleichmäßiger produziert als eine klassische Südanlage, den Eigenverbrauch maximiert und gleichzeitig für den Worst-Case vorbereitet ist.

Was wirklich verloren geht bei ungünstiger Ausrichtung

Die Frage, die Hausbesitzer interessiert: Wie viel Ertrag verliere ich wirklich?

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gibt in ihrer Broschüre von 2025 folgende Richtwerte an:

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Ausrichtung Abweichung von Süd Ertragsverlust gg. Süd Hinweis
Süd (Referenz) Optimum bei 30–35° Neigung
Südost / Südwest ±45° ca. 5–10 % Im Alltag kaum relevant
Ost oder West ±90° ca. 17–21 % Ost bei 35° Neigung: 655 statt 824 kWh/kWp (Mainz)
Nordost / Nordwest ±135° ca. 30–40 % Stärker neigungsabhängig
Nord bei 30° Neigung ±180° ca. 39 % Bei 0° Neigung (Flachdach) nur ca. 13 % Verlust

Quellen: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – Photovoltaik für Privathaushalte (2025); ennergy.de – Photovoltaik Nordseite (2026); energie-experten.org – Norddach Praxisbeispiel.

Ein Datenpunkt aus dem Fraunhofer ISE zeigt, wie weit sich die Praxis vom Ideal-Süd-Dogma bereits entfernt hat: Der Anteil reiner Südausrichtungen bei neuen PV-Anlagen in Deutschland ist von 61 Prozent im Jahr 2000 auf 42 Prozent im Jahr 2019 gesunken. 2021 entfielen bereits 22 Prozent aller neu installierten Leistung auf Ost-, West- oder Ost-West-Ausrichtungen. Nicht-Süd-Anlagen sind Normalfall, keine Ausnahme.

Warum der Ertragsverlust weniger zählt, als die Zahl suggeriert

20 Prozent weniger Ertrag klingt nach einem schlechten Geschäft. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung sieht aber anders aus, sobald man die aktuellen Preise einbezieht.

Eingespeister Strom bringt aktuell (Februar bis Juli 2026) 7,78 Cent pro kWh. Netzstrom kostet im Durchschnitt 30 bis 35 Cent. Selbst genutzter Solarstrom ist damit etwa viermal so wertvoll wie eingespeister.

Hier liegt der Vorteil von Ost-West-Anlagen: Sie produzieren mehr zu den Zeiten, in denen der Haushalt tatsächlich Strom braucht, morgens und abends. Eine Südanlage erzeugt rund 70 Prozent ihres Tagesertrags zwischen 10 und 14 Uhr, wenn in vielen Haushalten niemand zu Hause ist und der Verbrauch gering ist. Der Überschuss geht ins Netz: für 7,78 Cent statt 30 Cent.

Dieser Preisunterschied wird noch schärfer, wenn man dynamische Stromtarife einbezieht, die 2026 immer mehr Haushalte nutzen. Anbieter wie Tibber oder Ostrom koppeln den Strompreis stündlich an den Börsenstrompreis — und dieser ist morgens zwischen 7 und 9 Uhr sowie abends zwischen 18 und 21 Uhr regelmäßig besonders hoch. Genau zu diesen Zeiten produzieren Ost- und Westmodule am stärksten. Eine Ost-West-Anlage mit Speicher kann die teuersten Bezugsstunden systematisch durch Eigenstrom ersetzen — ein Vorteil, den eine Südanlage mit ihrem Mittagspeak strukturell nicht bieten kann.

Die Eigenverbrauchsquoten zeigen das klar. Ohne Speicher liegt eine Südanlage bei 25 bis 35 Prozent Eigenverbrauch, eine Ost-West-Anlage bei 35 bis 45 Prozent. Mit Speicher steigen beide, aber der Abstand bleibt: Süd 60 bis 70 Prozent, Ost-West 70 bis 80 Prozent.

In konkreten Zahlen für eine 10-kWp-Anlage in Bayern: Die Südanlage erzeugt etwa 10.500 kWh im Jahr, davon 30 Prozent Eigenverbrauch, also 3.150 kWh zum Eigenverbrauchswert von 33 Cent. Das sind rund 1.040 Euro wirtschaftlicher Wert. Die Ost-West-Anlage erzeugt 8.500 bis 9.500 kWh, aber 50 Prozent Eigenverbrauch: 4.250 bis 4.750 kWh × 33 Cent = 1.400 bis 1.570 Euro. Trotz weniger Gesamtertrag bis zu 530 Euro mehr im Jahr.

Ab August 2026 sinkt die Einspeisevergütung um weitere ca. 1 % (halbjährliche Degression laut Bundesnetzagentur). Das Fraunhofer ISE weist in seinen Faktenpapieren regelmäßig darauf hin, dass kleine Dachanlagen nur noch bei hoher Eigenverbrauchsquote wirtschaftlich attraktiv sind. Der strukturelle Vorteil von Ost-West-Anlagen nimmt damit weiter zu, nicht ab.

Wann welche Ausrichtung produziert

Eine Ost-West-Anlage hat ein charakteristisches Doppelpeak-Tagesertragsprofil. Morgens von etwa 6 bis 12 Uhr liefern die Ostmodule rund 40 Prozent der Tagesproduktion. In den Mittagsstunden von 12 bis 14 Uhr, wenn eine Südanlage auf dem Höhepunkt wäre, produzieren Ost-West-Anlagen nur etwa 20 Prozent. Ab dem Nachmittag übernehmen die Westmodule und liefern bis in den Abend wieder rund 40 Prozent.

Eine Anlage auf vier Himmelsrichtungen macht dieses Profil noch gleichmäßiger. Die Nordfläche bringt den geringsten Einzelbeitrag, trägt bei diffusem Tageslicht aber überproportional bei. An bewölkten Tagen liegen Nord- und Südflächen nahezu gleichauf, weil diffuses Licht keine Ausrichtung bevorzugt.

Für den Haushaltsverbrauch bedeutet dieses Profil, dass die Produktion häufiger mit dem tatsächlichen Bedarf zusammenfällt: beim Frühstück, beim Heimkommen, beim Kochen. Der Speicher muss kleinere, häufigere Ladezyklen absolvieren statt eines einzigen großen Mittagsüberschusses, was seine Lebensdauer verlängert und die tägliche Nutzbarkeit verbessert.

Der Standort macht einen größeren Unterschied als die Ausrichtung

Wer im Südschwarzwald wohnt, hat einen Vorteil, den bundesweite Durchschnittszahlen nicht abbilden. Die jährliche Globalstrahlung, also die Sonnenenergie pro Quadratmeter auf horizontaler Fläche, variiert in Deutschland erheblich.

Für Baden-Württemberg liegt die jährliche Globalstrahlung im Mittel bei rund 1.216 kWh/m², der Südschwarzwald erreicht in DWD-Karten Spitzenwerte bis 1.300 kWh/m² (DWD Globalstrahlungskarten). Norddeutsche Standorte wie Hamburg liegen bei rund 930 kWh/m². Das ist ein Unterschied von rund 25 Prozent. Eine 10-kWp-Anlage im Südschwarzwald produziert rund 10.000 bis 11.000 kWh pro Jahr, in Norddeutschland nur 8.500 bis 9.500 kWh.

Was das für Nicht-Süd-Ausrichtungen bedeutet: Der Ertragsverlust von 20 Prozent durch Ost-West wird durch die hohe regionale Globalstrahlung teilweise aufgefangen. Eine Ostanlage in Freiburg produziert mehr als eine Südanlage in Hamburg. Wer die regionale Strahlung unterschätzt, unterschätzt die Anlage.

Dazu kommt: Die Globalstrahlung in Deutschland steigt laut DWD-Trendauswertung seit 1983 langfristig leicht an. Neue Anlagen profitieren davon stärker, als alte Ertragsprognosen annehmen.

Ein weiterer regionaler Faktor, der in bundesweiten Modellen nicht auftaucht: Schneereflektion in Höhenlagen. Im Schwarzwald liegt ab etwa 400 bis 600 Metern im Winter über Wochen Schnee. Frisch gefallener Schnee reflektiert 80 bis 90 Prozent des einfallenden Lichts (physikalischer Albedo-Wert). Dieses reflektierte Licht trifft besonders nord- und steilstehende Dachflächen, weil es von unten kommt. An verschneiten Wintertagen mit klarem Himmel produzieren Nordmodule im Schwarzwald deshalb spürbar mehr als die üblichen Jahresmittelwerte vermuten lassen. Das ist kein Faktor, der den Jahresertrag dramatisch verschiebt, aber er senkt die wirtschaftliche Schwelle für eine Nordergänzung weiter ab — und er gilt spezifisch für Höhenlagen im Südschwarzwald, nicht für Flachland.

Andere TODI-Projekte mit gemischten Ausrichtungen

Familie Lang ist kein Einzelfall.

Familie Glattfelder in Stühlingen hat eine 12,04 kWp-Anlage auf Südwest und Nordost. Die Produktionsdaten aus dem Jahr 2025 zeigen: Die Südwest-Seite lieferte 5.043 kWh, die Nordost-Seite lieferte 6.965 kWh. Die Nordost-Fläche produziert mehr, weil sie größer ist. Gesamtautarkie: 93 Prozent. Strombezug aus dem Netz: 273 kWh im ganzen Jahr.

[FOTO-HINWEIS: Luftbild oder Dachfoto der PV-Anlage bei Familie Glattfelder in Stühlingen einfügen – Südwest- und Nordost-Fläche deutlich sichtbar machen]

Familie Sadrina, ebenfalls in Stühlingen, hat eine 14,88 kWp-Anlage auf Süd- und Nordflächen, die Garage eingeschlossen. Auch mit dem Mehrverbrauch durch eine Wärmepumpe ab Mitte 2025 lag die Autarkie bei 93 Prozent.

[FOTO-HINWEIS: Foto der Anlage bei Familie Sadrina in Stühlingen einfügen – Süd- und Nordfläche sichtbar, gerne inkl. Garagendach]

Beide Projekte zeigen dasselbe Muster: Die Verteilung auf mehrere Dachflächen erhöht die nutzbare Gesamtleistung der Anlage, verlängert die Produktionszeiten über den Tag und verbessert den Eigenverbrauch, auch wenn einzelne Flächen nicht optimal ausgerichtet sind.

Wann lohnt sich eine Nordseite wirklich?

Nicht jede Konstellation macht eine Nordfläche wirtschaftlich sinnvoll. Die Fälle, in denen es sich lohnt:

Wenn der Wechselrichter noch freie Kapazität hat und keine zusätzliche Hardware nötig ist, sinken die Grenzkosten für die zusätzlichen Nordmodule erheblich. Bei günstigen Modulpreisen und einem Eigenverbrauchsziel, also Wärmepumpe, E-Auto oder einfach hohem Grundverbrauch, verbessert die Nordseite die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage.

Eine isolierte Nordanlage ohne diese Randbedingungen rechnet sich schwieriger. Aber auch dort zeigen Praxistests, dass die Leistung oft besser ausfällt als erwartet: An diffusen Tagen liegt die Nordseite nicht weit hinter der Süd, und im Hochsommer trifft direktes Licht auch flach geneigte Norddächer zeitweise.

Im Südschwarzwald mit seiner überdurchschnittlichen Globalstrahlung verschiebt sich die Wirtschaftlichkeitsschwelle grundsätzlich zugunsten einer vollständigen Dachbelegung.

Was das für die Anlagenplanung bedeutet

Der Rat „Nur Süddach lohnt sich" passte vielleicht in eine Zeit, in der Modulpreise hoch und Einspeisevergütungen attraktiv waren. Heute, mit Modulpreisen nahe einem Euro pro Watt und einer Einspeisevergütung unter acht Cent, hat sich die Rechnung umgekehrt.

Familie Lang hat alle vier Dachflächen einbezogen und damit 18.548 kWh Jahresproduktion, 67 Prozent Autarkie und eine laufende Wärmepumpe erreicht. Das ist das Ergebnis einer Anlage, die zum Haus gebaut wurde, nicht eines Kompromisses.

Bei TODI Solutions werden alle verfügbaren Dachflächen in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einbezogen und für jede Konstellation der reale Eigenverbrauchsgewinn berechnet. Manchmal ergibt sich, dass eine Fläche keinen sinnvollen Beitrag leistet. Häufig ist das Ergebnis: Die Nordseite lohnt sich.

Wer mehr PV-Fläche plant, sollte gleichzeitig klären, ob die Anlage bei einem Netzausfall auch wirklich liefert. Mehr Modulfläche bedeutet tagsüber schnelleres Nachladen des Speichers, was die Überbrückungszeit bei echtem Netzersatzbetrieb erheblich verlängert. Was den Unterschied zwischen Notstromsteckdose und vollständigem Netzersatzbetrieb ausmacht, erklärt der Artikel Notstrom für das ganze Haus — Netzersatzbetrieb mit PV in der Praxis.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Lassen Sie alle Dachflächen Ihres Hauses erfassen — nicht nur die Südseite. Auch Nordost, Nordwest und Walmdachflächen können wirtschaftlich sinnvoll belegt werden.
  2. Berechnen Sie Ihren Eigenverbrauchsbedarf: Haben Sie eine Wärmepumpe, ein E-Auto oder einen hohen Grundverbrauch? Dann lohnt sich eine größere Anlage mit mehreren Ausrichtungen besonders.
  3. Prüfen Sie den Standortfaktor: Im Südschwarzwald liegt die Globalstrahlung rund 25 Prozent über dem norddeutschen Mittel — die lokalen Ertragsprognosen weichen oft positiv von bundesweiten Richtwerten ab.
  4. Kombinieren Sie die Anlagenplanung mit der Frage nach Netzersatzbetrieb: Mehr Fläche bedeutet schnelleres Nachladen und längere Überbrückung bei Netzausfall.
  5. Sprechen Sie mit TODI Solutions — wir berechnen für Ihr Dach, welche Ausrichtungen sich rechnen und übernehmen die gesamte Abwicklung inklusive Netzbetreiber-Anmeldung.

Quellen

Hinweis zur Datenlage: Einzelne regionale Spitzenwerte (z. B. exakte Globalstrahlung Südschwarzwald, Albedo-Schneereflektion Höhenlagen) basieren auf physikalischen Richtwerten und DWD-Karten, nicht auf einer einzelnen veröffentlichten Studie. Für rechtsverbindliche oder werbliche Aussagen bitte vor Veröffentlichung gegen die jeweils aktuelle DWD-Datenlage prüfen.

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