Autarkie Solaranlage: 93 % im Südschwarzwald
Was bedeutet Autarkie bei einer Solaranlage?
Wer sich mit Photovoltaik beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff Autarkiegrad. Er beschreibt, wie viel Prozent des eigenen Strombedarfs durch die Solaranlage — direkt oder über den Speicher — gedeckt werden. Die Formel dahinter ist schnell erklärt: Eigenverbrauch geteilt durch Gesamtstromverbrauch, mal hundert.
Ein Beispiel: Eine Familie verbraucht 4.500 kWh Strom im Jahr und deckt davon 3.600 kWh aus der eigenen PV-Anlage. Der Autarkiegrad liegt bei 80 %.
Oft verwechselt wird der Autarkiegrad mit der Eigenverbrauchsquote. Die Eigenverbrauchsquote misst, wie viel des erzeugten Solarstroms im eigenen Haushalt verbraucht wird, statt ins Netz eingespeist zu werden. Beide Werte hängen zusammen — beschreiben aber unterschiedliche Dinge. Der Autarkiegrad sagt: Wie unabhängig bin ich vom Netz? Die Eigenverbrauchsquote sagt: Wie gut nutze ich den Strom, den ich selbst erzeuge?
Welcher Autarkiegrad ist realistisch?
Viele Hausbesitzer fragen als erstes nach 100 % Autarkie — das ist verständlich. Was Studien und Praxisdaten dazu sagen, ist differenzierter:
Ohne Stromspeicher: 20–40 % Autarkie. Der Grund: Tagsüber produziert die Anlage Strom, aber ein großer Teil des Verbrauchs fällt morgens, abends und nachts an — wenn die Sonne nicht scheint.
Mit Stromspeicher: 50–80 % Autarkie. Der Speicher fängt den Überschuss tagsüber auf und gibt ihn abends und nachts ab.
Mit Speicher, Wärmepumpe und E-Auto: Eine Studie der HTW Berlin mit 730 Haushalten zeigt, dass Haushalte mit PV, Speicher und Elektroauto im Mittel 73 % Autarkie erreichen. In Kombination mit einer Wärmepumpe sind es 59 %.
Die meisten Fachartikel und Studien sprechen von 50–80 % als realistischem Korridor — alles darüber gilt allgemein als Ausnahme.
Genau das lässt sich mit unseren Projekten aus Stühlingen und Umgebung belegen.
Unsere Ergebnisse nach 12 Monaten: Bis zu 93 % Autarkie
Wir haben unsere abgeschlossenen Projekte im Raum Stühlingen nach einem Jahr Betriebszeit ausgewertet. Die Ergebnisse liegen deutlich über dem, was in Fachartikeln als „realistisch“ beschrieben wird.
Familie Glattfelder, Stühlingen — 93 % Autarkie
244 kWh Netzbezug in zwölf Monaten. Das entspricht weniger als einer Kilowattstunde pro Tag — bei einem kompletten Einfamilienhaus mit Netzersatzbetrieb. Beim aktuellen Haushaltsstrompreis von 37,2 ct/kWh sind das gerade einmal 90 Euro Stromkosten im Jahr.
Familie Sadrina, Stühlingen — 91 % Autarkie
Das gleiche Bild bei Familie Sadrina: Nur 341 kWh aus dem Netz — der Rest kommt aus der eigenen Anlage, und das bei einer gemischten Ausrichtung Süd und Nord. Mit der geplanten Wärmepumpe wird der Eigenverbrauch weiter steigen und die Einspeisung sinken — die Wirtschaftlichkeit verbessert sich nochmals.
Familie Lang, Stühlingen-Weizen — 64 % Autarkie
64 % Autarkie — und das bei einem Haushalt, der sein komplettes Haus über eine Wärmepumpe beheizt. Eine Wärmepumpe zieht zusätzlich 3.000 bis 4.000 kWh pro Jahr aus dem Netz. Die HTW Berlin kommt in ihrer Studie bei Haushalten mit PV, Speicher und Wärmepumpe auf durchschnittlich 59 %. Familie Lang liegt mit 64 % klar darüber — und das trotz der Verteilung auf vier Himmelsrichtungen. Die gleichmäßige Stromproduktion über den gesamten Tag ist dabei ein Vorteil, der in der Praxis oft unterschätzt wird: Statt eines starken Mittagspeaks liefert die Anlage von morgens bis abends zuverlässig Energie.
Familie Müller, Eggingen — 47 % Autarkie
47 % Autarkie — und trotzdem ein wirtschaftlicher Erfolg. Familie Müller heizt rein elektrisch und hat dadurch einen Gesamtverbrauch von fast 17.000 kWh im Jahr. Die PV-Anlage deckt davon knapp die Hälfte und speist zusätzlich über 14.000 kWh ins Netz ein. Ohne Solaranlage lägen die jährlichen Stromkosten bei rund 6.200 Euro (bei 37 ct/kWh). Mit der Anlage spart die Familie durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung einen erheblichen Teil davon.
Was beeinflusst den Autarkiegrad?
Unsere vier Projekte zeigen deutlich, welche Faktoren den Autarkiegrad bestimmen.
Dachausrichtung
Der Klassiker: Südausrichtung bringt den höchsten Ertrag. Aber unsere Projekte beweisen, dass auch andere Ausrichtungen sehr gut funktionieren. Familie Glattfelder erreicht mit Südwest und Nordost 93 %, Familie Sadrina mit Süd und Nord 91 %. Selbst die Anlage von Familie Lang mit vier Himmelsrichtungen liefert zuverlässig Strom — und das den ganzen Tag über, nicht nur zur Mittagszeit.
Zur Orientierung: Ost-West-Ausrichtungen kommen auf 75–85 % des Südertrags, reine Nordausrichtung auf 40–60 %. Im Südschwarzwald mit seiner hohen Globalstrahlung von 1.200–1.300 kWh/m² pro Jahr — rund 20 % mehr als in Norddeutschland — fallen diese Unterschiede weniger ins Gewicht.
Stromverbrauch und Verbraucher
Der wichtigste Faktor: Je höher der Verbrauch, desto schwieriger wird es, einen hohen Autarkiegrad zu erreichen — es sei denn, die Anlage wird entsprechend dimensioniert. Familie Glattfelder mit normalem Haushaltsverbrauch erreicht 93 %. Familie Müller mit Elektroheizung und fast 17.000 kWh Verbrauch erreicht 47 % — trotz einer deutlich größeren Anlage.
Typische Verbräuche pro Anwendung: Wärmepumpe +3.000 bis 4.000 kWh/Jahr, Elektroauto +1.700 kWh (bei 10.000 km), Elektroheizung kann den Verbrauch auf das Drei- bis Vierfache steigern.
Speichergröße
Die optimale Speichergröße liegt bei etwa 1 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Für einen typischen 4-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh Verbrauch sind 5–10 kWh optimal. Für Haushalte mit Wärmepumpe oder E-Auto empfehlen sich größere Systeme mit 10–14 kWh.
Wir setzen in unseren Projekten auf den Fenecon Home — in der Variante Home 10 (11 kWh) für normale Haushalte und Home 20 (14 kWh) für Haushalte mit hohem Verbrauch oder Wärmepumpe. Der Grund: Fenecon bietet echten Netzersatzbetrieb.
Netzersatzbetrieb: Unser Standard — und ein echtes Alleinstellungs-merkmal
Alle unsere Projekte verfügen über einen vollständigen Netzersatzbetrieb. Das bedeutet: Bei einem Stromausfall versorgt die Anlage das gesamte Haus weiter — nicht nur einzelne Steckdosen, sondern das komplette Hausnetz mit Drehstrom.
Der Unterschied zu einfachen Notstromlösungen zeigt sich schnell. Viele Systeme beschränken sich auf eine einzige Notstromsteckdose — das reicht für einzelne Geräte, aber nicht für den normalen Haushaltsbetrieb. Das Fenecon-System schaltet hingegen das gesamte Haus in den Inselmodus um — inklusive Wärmepumpe, Kühlgeräten und Beleuchtung. Die Umschaltzeit liegt im Millisekundenbereich.
Im Raum Waldshut-Tiengen und Südbaden ist das kein theoretisches Szenario. Gewitter, Sturm oder Netzausfälle kommen vor. Wer neben der Autarkie auch die Versorgungssicherheit im Blick hat, ist mit einem System mit echtem Netzersatzbetrieb auf der sicheren Seite.
Lohnt sich eine hohe Autarkie finanziell?
Ja — aber nicht ohne Einschränkung. Die Wirtschaftlichkeit steigt zwar mit dem Autarkiegrad, allerdings nicht gleichmäßig.
Die Rechnung dahinter: Jede Kilowattstunde, die aus der eigenen Anlage kommt statt aus dem Netz, spart die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung. Aktuell (2026): Netzstrom kostet im Durchschnitt 37,2 ct/kWh, die Einspeisevergütung für Teileinspeisung liegt bei 7,78 ct/kWh. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart also rund 29 Cent gegenüber der Einspeisung.
Am Beispiel Familie Glattfelder: Die Anlage produziert über 11.000 kWh im Jahr. Der Großteil davon wird direkt im Haus verbraucht — nur 244 kWh kamen aus dem Netz. Bei einem Strompreis von 37 ct/kWh spart der Eigenverbrauch gegenüber reinem Netzbezug mehrere tausend Euro pro Jahr. Dazu kommt die Einspeisevergütung für den eingespeisten Überschuss.
Aber: Die letzten Prozentpunkte Autarkie — etwa von 80 auf 95 % — werden überproportional teurer, weil dafür immer größere Speicher nötig sind, die nur in wenigen Stunden im Jahr zum Einsatz kommen. Als wirtschaftlich optimal gelten 70–80 % Autarkie. Alles darüber ist ein bewusster Komfort- und Sicherheitsgewinn — der sich in unserer Region mit hoher Sonneneinstrahlung aber schneller amortisiert als anderswo in Deutschland.
Wichtig für 2026: Die Einspeisevergütung läuft aus
Wer aktuell eine PV-Anlage plant, sollte einen Termin kennen: Ab dem 1. Januar 2027 soll die feste Einspeisevergütung nach dem EEG für neue Anlagen abgeschafft und durch marktorientierte Modelle ersetzt werden.
Wer bis Ende 2026 in Betrieb geht, sichert sich noch 20 Jahre lang die garantierte Vergütung. Das macht die aktuelle Phase zu einem günstigen Zeitfenster — besonders für Hausbesitzer, die eine Anlage ohnehin planen.
Der Standortvorteil: Südschwarzwald und Südbaden
Die Globalstrahlung in unserer Region liegt bei 1.200 bis 1.300 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Zum Vergleich: In Norddeutschland sind es 915 bis 1.080 kWh/m². Das bedeutet: Dieselbe Solaranlage produziert im Südschwarzwald rund 20 % mehr Strom als in Hamburg oder Kiel.
Für den Autarkiegrad macht das einen messbaren Unterschied von 10 bis 15 Prozentpunkten. Es erklärt auch, warum unsere Projekte Werte erreichen, die über den Durchschnittswerten nationaler Studien liegen.
Fazit: Was unsere Projekte zeigen
50 bis 80 Prozent — das ist die Antwort, die man in den meisten Fachartikeln und Studien findet. Was wir in Stühlingen und Umgebung tatsächlich messen, liegt häufig darüber. Die Voraussetzung dafür: Anlage, Speicher und Verbrauch müssen wirklich aufeinander abgestimmt sein.
93 % bei Familie Glattfelder, 91 % bei Familie Sadrina — das sind keine Laborwerte, sondern gemessene Ergebnisse nach zwölf Monaten im realen Betrieb. Und selbst bei einem Gesamtverbrauch von fast 17.000 kWh (Familie Müller, Elektroheizung) liefert die Anlage eine spürbare Entlastung.
Drei Dinge haben bei unseren Projekten den entscheidenden Unterschied gemacht:
1. Die richtige Dimensionierung — Anlage und Speicher müssen zum tatsächlichen Verbrauch passen.
2. Der Standort — Südbaden gehört zu den ertragsstärksten Regionen Deutschlands.
3. Das System — Netzersatzbetrieb mit Fenecon Home bedeutet nicht nur Autarkie, sondern echte Versorgungssicherheit.
Quellen & Nachweise
1. Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote — Definition und Berechnung (energie-experten.org)
3. BDEW-Strompreisanalyse 2026 — Haushaltsstrompreis 37,2 ct/kWh (BDEW)
4. Einspeisevergütung 2026: Aktuelle EEG-Förderung für PV-Anlagen (ADAC)
5. Einspeisevergütung 2027 — Auslaufmodell EEG-Festvergütung (Finanztip)
6. Globalstrahlung Deutschland — Regionale Unterschiede (energiefluss24.de)
7. Stromverbrauch mit E-Auto und Wärmepumpe — Praxisdaten (chip.de)
8. Optimale Speichergröße für Photovoltaik — Faustformeln (zendure.de)
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